Der Blutegel ist seit Jahrtausenden als medizinisches Hilfsmittel bekannt.
Wildtiere, die in der Nähe eines Blutegelgewässers leben nutzen diese auch bei Beschwerden, in dem sie sich in das Wasser stellen und beissen lassen. 
Blutegel gehören zur Klasse der Gürtelwürmer und dort zur Ordnung der Egel und zur Unterordnung der Kieferegel.
Damit zählen sie zu den Ringelwürmern und sind mit dem Regenwurm verwandt.
Der Blutegel steht heute wegen seines geringen Vorkommens in vielen Ländern unter Artenschutz.
Die Gründe für das gering Vorkommen liegen einerseits in der starken Umweltverschmutzung und in der massenhaften Anwendung der Blutegeltherapie im 19ten Jahrhundert.
Zur Therapie werden heute nur Blutegel aus kontrollierten Zuchten oder aus genehmigten Wildfängen (meist aus der Türkei) verwendet.
Der Biss eines Blutegels ist dank seiner lokal betäubenden Substanzen im Speichel nicht schmerzhafter als ein Mückenstich.
Beim Saugen geben sie verschieden Wirkstoffe in die Wunde. Sie hemmen die Blutgerinnung, bekämpfen Entzündungen und lindern Schmerzen.
Die genaue Wirkungsweise aller Speichelbestandteile ist noch nicht geklärt.
Nach dem Biss kommt es durch die Gerinnungshemmenden Stoffe im Speichel zu einer Nachblutung die selten länger als 12 h andauert.
Dies gehört zur Therapie dazu und sollte nur im Notfall durch einen Druckverband gestoppt werden.
In der Regel saugen Blutegel um die 30 min, dabei nehmen sie bis zum 5 fachen ihres Eigengewichtes zu.
Bei manchen Wetterbedingungen oder Wirkstoffen auf der Haut des Patienten möchten die Egel nicht beissen.
Blutegel gelten als "Medikament" und werden streng kontrolliert.
Sie besitzen eine Chargennummer und dürfen nur einmal im Leben einen Patienten beissen.
Danach müssen sie unschädlich entsorgt werden (getötet) oder in einem "Rentnerbecken" gehalten werden.
Blutegel werden bei regelmässiger Fütterung durchaus 20 Jahre alt und können nach der letzten Blutmahlzeit 2 Jahre ohne Nahrung aus kommen.